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© Andreas Känner

Universal Hotend von www.hotends.fr

Vor einiger Zeit verformte sich der Kunststoffkörper meines Merlin-Hotends. Es war danach nicht mehr zu gebrauchen. Ich kann nicht genau sagen woran das lag - vielleicht an einer zu hohen Temperatur. Im Grunde war das Merlin Hotend nicht schlecht. Selbst mit der mittleren Düse (0.3mm) konnte ich sehr feine Details drucken. Aber es gab auch Probleme: Durch die spitze Düse entstanden leichte Rillen auf ebenen Oberflächen. Durch ein paar Anpassungen im Slicer ließ sich das zwar minimieren, aber trotzdem waren noch leichte Rillen zu sehen. Neben dem Merlin-Hotend konnte ich bisher noch zwei weitere Hotends ausprobieren: Das V5 Hotend von e3d-online.com, und das V4-Hotend von reprap-fab.org.

Das Hotend von reprap-fab.de kam hier fertig zusammengebaut an und in den zwei Jahren, in denen ich es jetzt benutze, musste ich es noch nie auseinander nehmen. Es ist sicher nicht ganz billig, aber eben auch sehr zuverlässig.

Die beiden anderen Hotends gibt es nur als Bausatz. Das heißt, man muss selbst die mechanischen Teile zusammenschrauben und den Temperatursensor befestigen. Das hört sich unkompliziert an, birgt aber viel Fehlerpotential. Bei beiden wird alles nur durch festes Anziehen der Düsenmutter zusammengehalten. Beim E3D klappt das relativ gut. Beim Merlin hält das ganze nur wenige Drucke lang. Aber auch beim E3D kann es vorkommen das sich die Mutter löst. Danach steht sie weiter raus und verschrammt eventuell das Druckbett oder lässt Kunststoff an den Seiten heraus quellen. Beides ist nicht gut und deshalb ist man gut beraten den Zusammenhalt des Hotends vor jedem Druck zu prüfen.

Ein weiteres Problem ist der Temperatursensor. Meistens wird ein temperaturabhängiger Widerstände in Form eines Glastropfens mit extrem dünnen Anschlußdrähten geliefert. Den darf man dann in ein dafür vorgesehenes Loch im Heizblock kleben. Vorausgesetzt man hat den passenden Kleber. Die dünnen Drähte müssen dann noch isoliert werden und mit den Zuleitungen verbunden werden. Zum Schluss muss das ganze mit Kaptonband am Heizblock fixiert werden. Beim E3D V5 war das eine regelrechte Fummelarbeit und deshalb hat der Hersteller das bei dem Nachfolgemodell (V6) auch verbessert. Beim Merlin ist es das gleiche Spiel, nur noch etwas kniffliger, weil der Heizblock kleiner ist.

Als Ersatz für das Merlin-Hotend wollte ich mal was anderes ausprobieren, denn alle bisher getesteten Hotends (bis auf das von reprap-fab.de) haben so ihre Macken. Ich suchte also ein Hotend bei dem sich die Düse nicht lösen kann und bei dem die Montage des Temperatursensors kein Problem ist. Fündig wurde ich bei einem französischen Hersteller: http://www.hotends.fr/en/

Das Universal Hotend kennt die oben genannten Probleme nicht und hat auch noch weitere Vorteile:

  • Es ist sowohl für 1.75mm als auch für 3mm Filament geeignet, weil sich der Zuleitungskanal austauschen lässt (alle Teile dafür sind schon dabei).
  • Es sind vier Düsen dabei: 0.20, 0.35, 0.50 und 0.80 mm
  • Die Düse kann sich nicht losdrehen
  • Der Temperaturfühler ist in einem Stahlgehäuse, dass sich leicht montieren lässt
  • Mit dem Hotend kann man auch exotische Materialien drucken, denn es verträgt durch seine Vollmetallkonstruktion auch hohe Temperaturen.
Da das Hotend auch nicht übermäßig teuer war (~80€) bestellt ich es. So sah dann die Lieferung aus:

Die Einzelteile nach dem Auspacken:

Der Zusammenbau ist ist schnell erledigt. In der Tat kann sich die Düse nicht herausdrehen und das Heizelement lässt sich wunderbar einfach mit einer Stiftschraube befestigen. Bei meinem Drucker war kein Platz für den mitgelieferten Lüftermantel. Deshalb druckte ich mir eine angepasste Version. Zum Glück ist die STL-Datei für das Originalteil auf hotends.fr frei verfügbar, so dass man es anpassen kann.

Die Ausdrucke damit sind sehr gut. Ich habe bisher nur die 0.35er Düse in Kombination mit 1.75mm Filament getestet. Vor allem ebene Oberflächen werden sehr schön ohne Riefen gedruckt. Aber auch die Seiten von gedruckten Teilen sehen perfekt aus. Hier mal ein Beispiel:

Wünschenswert wäre vielleicht noch eine englische Bedienungsanleitung. Die gibt es nämlich zur Zeit nur in französich. Wenn man sich aber an die darin abgedruckten Bilder hält, kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem Hotend und werde in Zukunft auch mal die anderen Düsen testen und dann darüber berichten.

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